Volleyball: Transfercoup, Taktik-Keller und Timeout-Management
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Was auf dem Papier nach einer klaren Angelegenheit aussieht, war in Wahrheit das Ergebnis kurzfristiger Kaderplanung, intensiver Verhandlungen und einer taktischen Vorbereitung, wie man sie sonst wohl nur aus dem internationalen Spitzenvolleyball kennt. Aufgrund einiger kurzfristiger Ausfälle und des Wechsels zweier Spieler in die Herren 1 musste Berstadt unmittelbar vor dem Spiel noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden. Das Anforderungsprofil war eindeutig: Erfahrung, Qualität, sofortige Einsatzbereitschaft und die Fähigkeit, sich ohne wochenlange Eingewöhnungsphase in jedes nur erdenkliche Spielsystem zu integrieren. Da das vorhandene Transferbudget überschaubar war, wurde kurzerhand das Telefonbuch mit der Rubrik „Kontakte – im Notfall öffnen“ hervorgeholt. Und tatsächlich gelang der sportlichen Leitung ein echter Doppelschlag: Jens und Jan konnten zu einem Comeback bewegt werden. Über Vertragslaufzeiten, Handgelder und mögliche Ausstiegsklauseln wurde Stillschweigen vereinbart. Sicher ist lediglich: Die intensive taktische Vorbereitung erfolgte am Donnerstag im Keller. Dort wurden Laufwege analysiert, Spielzüge einstudiert und vermutlich auch das eine oder andere isotonische Kaltgetränk zur Regeneration gereicht. Am Spieltag zeigte sich schnell: Die Maßnahmen hatten gefruchtet. Berstadt präsentierte sich konzentriert, eingespielt und erstaunlicherweise so, als hätte diese Mannschaft schon häufiger gemeinsam auf einem Volleyballfeld gestanden. Am Ende stand ein souveräner 3:0-Sieg gegen Hungen auf der Anzeigetafel. Besonders hervorzuheben ist dabei das Timeout-Management. Die Auszeiten wurden im richtigen Moment genommen. Nicht etwa, um komplizierte taktische Veränderungen vorzunehmen, sondern um es mit den unsterblichen Worten einer bekannten Smartwatch auszudrücken: „Atmen, Jungs. Einfach atmen.“ Diese taktische Raffinesse brachte schließlich auch die letzten entscheidenden Prozentpunkte. Damit endet ein Spieltag, der wieder einmal gezeigt hat: Man braucht nicht zwingend einen riesigen Kader. Manchmal reichen ein paar alte Telefonnummern, ein Keller, zwei reaktivierte Toptransfers und die Fähigkeit, zum richtigen Zeitpunkt gemeinsam durchzuatmen. Berstadt: Vielen Dank an Uwe, Jonas, Finn, Markus, Carlos, Normen und insbesondere an Jens und Jan fürs kurzfristige Entstauben der Volleyballschuhe!