Radtour zu Besuch im Energiemuseum

16.08.2019

Rund 30 interessierte Radfahrer konnten am vergangenen Wochenende am Wölfersheimer Energiemuseum begrüßt werden. Zu den Tagen der Industriekultur hatte Kreisbeigeordneter Matthias Walther zu einer rund 20 Kilometer langen Radtour eingeladen.  Das Thema der diesjährigen Tage der Industriekultur lautet „Baukultur“. Für dieses Thema hätte es kaum einen besseren als Gustav Jung, Vorsitzender des Wetterauer Denkmalbeirates, geben können, der zur Baukultur der Bergarbeitersiedlungen in Reichelsheim und Weckesheim berichtete.

 

Zuvor begrüßte Bürgermeister Eike See zusammen mit Kreisbeigeordnetem Matthias Walther und Klimaschutzmanager Markus Michel die Gruppe. Nach einer halbstündigen Führung durch das Energiemuseum durch die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder Helmut Rieß, Gerhard Künstler und Heinrich Heertz ging es in die Heyenheimer Straße, wo die PREAG in den 20-er Jahren für ihre Arbeiter die Häuser erbauen ließ. Das Besondere an den Häusern sind die sogenannten „Zollinger Dächer“, die besonders sparsam mit dem in der Nachkriegszeit wertvollen Baumaterial Holz umgingen.
Vorbei am Wölfersheimer See ging es zum ehemaligen Schwelteich. Das Wasser enthielt noch große Mengen von Teerresten, die sich an der Wasseroberfläche absetzten. Teilweise war die Schicht bis zu 30 Zentimeter dick und musste dann abgeschöpft werden. Heute wirkt der See wie ein schönes Naturidyll. Über Echzell, Gettenau und Bingenheim ging es zum bedeutendsten Naturschutzgebiet des Auenverbundes Wetterau, dem Bingenheimer Ried. Das 85 Hektar große Niedermoor ist ein ideales Brutgebiet für seltene Vogelarten, für Amphibien und 40 Libellenarten. Die extreme Trockenheit in diesem Jahr macht sich aber auch hier bemerkbar. Die Vögel haben sich andere Plätze ausgesucht, zum Beispiel den Pfaffensee. Bis Ende der 80-er Jahre Bauplatz für Braunkohle und seit den 90-er Jahren unter Naturschutz gestellt, ist der Pfaffensee gemeinsam mit dem benachbarten Teufelsee ein wichtiger Brut- und Rastplatz für seltene Vogelarten.
„Der Bergbau hat die Wetterau geprägt. Die Wunden der Landschaft, die einst der Tagebau schlug, sind heute zur Wetterauer Seenlandschaft geworden und ein touristisches Pfund für unsere Region.“ so Kreisbeigeordneter Matthias Walther. "Vom Naherholungsraum und den vielfältigen Freizeitmöglichkeiten profitieren natürlich auch die Menschen vor Ort. Es muss daher unser Ziel sein, den Tourismus in unserer Region zu stärken." ergänzt Bürgermeister See.

 



 
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